So funktioniert das Schwimmteich-Prinzip.
Warum der Schwimmteich kein Pool ist.
Egal, ob Sie schon entschlossener Bauherr, unsicherer Interessent oder sogar bereits stolzer Besitzer eines Schwimmteiches sind - es ist nie früh oder zu spät, sich die grundlegenden Funktionsweisen und die damit einhergehenden Vorteile (vielleicht auch Nachteile) eines Schwimmteichs genauer anzuschauen.
Schwimmteiche - und auch die technisierteren Naturpools - heißen so, weil hier im Gegensatz zum klassischen Swimmingpool auf eine chemische Aufbereitung des Wassers vollständig verzichtet wird. Auf biologischem Wege wird das Wasser stattdessen durch ein natürliches Ökosystem aus Pflanzen und im Wasser lebenden Mikroorganismen gesäubert und aufbereitet. Zudem nimmt der Technikbedarf beginnend beim Naturpool über den Schwimmteich bis hin zum rein natürlichen, technikfreien Gartenteich stark ab.
Schwimmteiche sind natürlichen Kleingewässern nachempfunden. In diesem Punkt unterscheiden Sie sich nicht nur durch die stärkere Bepflanzung vom Naturpool. Besonders die Gestaltungsform und die verwendeten Materialen machen hier den Unterschied aus.
Um seinen Vorbildern möglichst nahe zu kommen, ist ein Schwimmteiche sehr natürlich geformt, verzichtet weitgehend auf gerade, geometrische Formen. Nicht nur die Badezone ist mit einer Dichtungsfolie verkleidet, auch die Pflanzenzone und ggf. andere Bereiche des Schwimmteich werden auf diese Weise von der umliegenden Natur getrennt. Auf der Folie kann sich bis auf wenige hartnäckige Algen nur wenig Leben entwickeln – das minimiert die natürliche Verunreinigung, allerdings können Stoffströme und die Biomasseproduktion sich dadurch völlig anders entwickeln als in unberührten, natürlichen Gewässern.
Das Geheimnis sind die Zonen
Schwimm- und Badeteiche sind Ökosysteme, die ohne Chemie und weitestgehend ohne technische Anlagen auskommen sollen und müssen. Aus diesem Grund gibt es hier im Gegensatz zu unseren sonst so technisierten Gewohnheiten einiges zu beachten.
Eine besondere Herausforderung stellt jeder Schwimmteich für den zuständigen Fachbetrieb dar. Reaktionen auf äußere Einflüsse und die damit einhergehenden Prozesse im Schwimmteich sind nur schwer vorhersehbar, weswegen jeder Schwimmteich individuell betrachtet und auf die spezifischen Gegebenheiten seiner Umgebung abgestimmt werden muss.
Ganz grob könnte man den Schwimmteich in zwei Zonen aufteilen - die Bade- und die Reinigungszone. Die (im Schwimmteich meist) kleinere Badezone ist für den Badebetrieb vorgesehen, die je nach Teichtyp deutlich mehr Platz der Gesamtfläche benötigende Regenerationszone beherbergt die für die Reinigung und Filterung des Wassers zuständigen Pflanzen, Kiesschichten etc.
Genauer betrachtet kann man einen Schwimmteich sogar in vier oder mehr Zonenunterteilen: die Teichrandzone, die Sumpfzone, die Flachwasser- und die Tiefwasserzone. Jede einzelne Zone stellt genauso besondere Anforderungen, wie jeder vegetative Bewohner einer Zone besondere Anforderungen an seinen Lebensraum stellt. Damit sich beide „Partner“ optimal ergänzen, ist eine sorgfältige Planung im Vorfeld extrem wichtig.
Reinigung ohne großen Aufwand
Die Regenerationszone bzw. der Reinigungsbereich ist unmittelbar für die Reinigung des Wassers in der Badezone verantwortlich und dementsprechend mit ihr verbunden. In einem Naturpool trennt man diese beiden Zonen sehr oft optisch von einander. Im Schwimmteich hingegen ist eine strikte Trennung meist gar nicht erwünscht und es entsteht ein fließender Übergang der einzelnen Zonen in einander. Eine Trennung findet natürlich trotzdem statt - schließlich möchte niemand plötzlich im Sumpfgebiet strampeln.
Je nach Schwimmteich-Typ kommt unterschiedlich viel Technik zum Einsatz, um die natürlichen Reinigungsvorgänge zu unterstützen bzw. zu fördern.
Die Wasseroberfläche kann zum Beispiel dank eines Skimmers von Insekten, Laub und anderen Eintragungen befreit werden. Das durch den Skimmer abgesaugte Wasser würde direkt durch die Reinigungszone geleitet und erst dann wieder dem Badebereich zugeführt werden.